Kunst kennt keine Grenzen
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29. März – 11. Juni 2017
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IntegrART-Symposium 2017

Im Vorfeld der Festivals organisiert IntegrART ein Symposium, das sich an internationale sowie nationale Kurator-/innen, (Tanz-)Künstler/-innen und Wissenschaftler/-innen richtet. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung und ist kostenlos.

Dokumentation IntegrART-Symposium 2017:

On Politics and Bodies

On Politics and Bodies

Auseinandersetzung mit dem Trend des normabweichenden Körpers auf der Bühne

Mittwoch, 29. März 2017 16.00 bis 22.00 Uhr Tanzhaus Zürich
Donnerstag, 30. März 2017 09.00 bis 18.00 Uhr Gessnerallee Zürich

Das Verhältnis zwischen darstellender Kunst und Politik ist brisant. Sowohl im Inhalt von Performances als auch bei Form und Produktionsverfahren wird das Politische gesucht. Wie politisch sind Theater- und Tanzperformances von Künstler/-innen mit Behinderung, wenn sie als Vehikel zu einem gesellschaftspolitischen Diskurs dienen? Auch wenn eine Identifikation zwischen Zuschauenden und Akteuren mit Behinderung im postdramatischen und performativen Theater hergestellt werden kann, besteht die Gefahr, dass die Performenden auf der Bühne auf ihre Behinderung reduziert werden. Wie politisch ist die Abkehr von klassischem Rollenspiel durch den Einsatz von normabweichenden Körpern? Ist die Partizipation eines/einer Künstlers/Künstlerin mit einer Behinderung in Theater- und Tanzperformances per se politisch, ein Trend, durch den die Grenzen des Theaters aufgezeigt werden können, oder eine reine Erweiterung ästhetischer Möglichkeiten und Erfahrungen?

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit der Positionen lädt das IntegrART-Symposium ein, die politischen Dimensionen künstlerischer Strategien von und mit Menschen mit Behinderung zu hinterfragen, zu erfahren und zu diskutieren.

Exponent/-innen aus dem In- und Ausland aus Tanz, Theater, Performance und Wissenschaft – mit und ohne Behinderung – gehen in wissenschaftlichen Vorträgen, Gesprächen, Diskussionsrunden, einer Masterclass, Performances und building conversations diesen Fragen nach.

Projektleitung IntegrART: Isabella Spirig Leitung Symposium: Ketty Ghnassia Beratung Symposium: Gunda Zeeb Produktionsleitung: Saskia Keel

Kontakt: saskia.keel@mgb.ch

Ein internationales Symposium des Migros-Kulturprozent im Rahmen von IntegrART. 2017 organisiert in Zusammenarbeit mit dem Tanzhaus Zürich und der Gessnerallee Zürich. Mit Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB, der Stiftung Corymbo und der Genossenschaft Migros Zürich.

Masterclass

Masterclass

Freitag, 31. März 2017 10.00 bis 17.00 Uhr Media Campus, Zürich
Samstag, 1. April 2017 10.00 bis 17.00 Uhr Media Campus, Zürich

"Everything you wanted to know about crip choreography but were afraid to ask"

Michael Turinsky definiert crip choreography als kritische künstlerische Praxis, deren Ausgangspunkt die Einzigartigkeit der erlebten Erfahrung ist, im Sinne ihrer räumlichen und zeitlichen sowie emotionalen und triebhaften Tatsächlichkeit. Ausgehend von diesen Elementen führt ein Sprung zur Komplexität der Ideen, die mit Behinderung, Politik und/oder Ästhetik in Verbindung stehen. Es wird darum gehen, beides zu tun: sich zu bewegen und zu fühlen, aber auch zu denken und zu sprechen. Dazwischen werden wir irgendwas tun, oder uns ausruhen und entspannen und den dunkelsten Versuchungen unserer schönsten Träume folgen. Folgende Kernthemen werden erforscht:

  • Affekt und Repräsentation
  • Stille, Langsamkeit und Wiederholung
  • Vibrieren und Pulsieren, regelmässig und unregelmässig
  • shape und Bild
  • Hypervisibilität und Unsichtbarkeit
  • Negativität und Vergnügen

Leitung: Michael Turinsky

Die Ausschreibung richtet sich an professionelle Schauspieler/-innen, Tänzer/-innen und Performer/-innen aus dem Performance-Bereich (mit Bühnenerfahrung) mit und ohne körperliche Behinderung.

Die Bewerbungsfrist ist der 10. März 2017. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an saskia.keel@mgb.ch

Bewerbung (per Mail an saskia.keel@mgb.ch):

  • Bewerbungsschreiben oder –video (max. 500 Worte oder max. 3min)
  • Foto (von Ihnen selbst)
  • Lebenslauf (inklusive Geburtsdatum)
Referierende

Building Conversation / Lotte van den Berg
DisAbility on Stage
Lisi Estaras
Emma Gladstone
Noëmi Lakmaier
Inés Mateos
Roger Merguin
Alessandro Schiattarella
Dr. Yvonne Schmidt
Dr. Gerald Siegmund
Dr. Marita Tatari
Theater HORA
Michael Turinsky

Programm
Mittwoch, 29. März 2017 Tanzhaus Zürich
Eintreffen 15:30    
Durational Performance 16:00

Noëmi Lakmaier (A/GB)

You are Welcome

 
Begrüssung 16:30

Catja Loepfe, Künstlerische Leiterin Tanzhaus Zürich

Christoph Haering, Leiter Darstellende Künste und Literatur, Migros-Genossenschafts-Bund, Direktion Kultur und Soziales

Andreas Rieder, Leiter des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen EBGB

 
Arbeitspräsentation 17:00

DisAbility on Stage – Bühnenlabor 2 (CH)

Leitung: Emanuel Gat, ein Projekt des Institute for the Performing Arts and Film und BA Contemporary Dance Zürcher Hochschule der Künste

 
Durational Performance 17:30

Noëmi Lakmaier (A/GB)

You are Welcome

 
Podiumsdiskussion 18:00

Emma Gladstone (GB; Künstlerische Leiterin Dance Umbrella), Michael Turinsky (A; Künstler), Roger Merguin (CH; Künstlerischer Leiter Gessnerallee Zürich), Lisi Estaras (AR; Tänzerin und Choreografin, les ballets C de la B); Moderation: Inés Mateos

Can we change the world? Eine Gegenüberstellung verschiedener kuratorischer Ansätze und künstlerischer Praxen

Audio
Apéro riche / Durational Performance 19:00

Noëmi Lakmaier (A/GB)

You are Welcome

 
Performance 20:00

Alessandro Schiattarella (I/CH)

Tell me where it is

 
Gespräch 21:00

Alessandro Schiattarella (I/CH), Noëmi Lakmaier (A/GB); Moderation: Inés Mateos

Audio

Donnerstag, 30. März 2017 Gessneralle Zürich

Eintreffen /

Durational Performance

09:00

Noëmi Lakmaier (A/GB)

ThreeDoubleFourTwo

 
Vortrag 09:30

Dr. Gerald Siegmund (D; Professor für Angewandte Theaterwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Giessen)

Politics of Dance: Possibilities to Think Dance Politically

 pdf
Gespräch 10:20

Dr. Yvonne Schmidt (CH; Senior Researcher, Institute for the Performing Arts and Film Zürcher Hochschule der Künste), Dr. Marita Tatari (D; Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum)

Theater von und mit behinderten Akteur/-innen: Eine Umwertung der Debatte über die politische Dimension von postdramatischem Theater

Audio
Kaffeepause / Durational Performance 11:20

Noëmi Lakmaier (A/GB)

ThreeDoubleFourTwo

 
Offene Probe 11:45

Theater HORA (CH)

GOTT, eine Kollateralcollage von Theater HORA, im Rahmen des Langzeitprojekts Freie Republik HORA

 
Response zur offenen Probe 12:45

Maren Rieger (CH)

Political Potential of Collective Work

Audio
 Mittagessen 13:00    
Building Conversation 14:30 - max. 18:00

Lotte van den Berg (NL)

Building Conversation wird von einem Kollektiv veranstaltet, das fasziniert ist von dem was geschieht, wenn wir miteinander sprechen. Ausgehend von Konversationstechniken aus der ganzen Welt führen sie verschiedene Konversationen mit Teilnehmenden aus ganz Europa durch und vor.

Conversation 1:

Conversation without words

Dieses Format ist inspiriert von dem jährlichen Zusammenkommen der Inuit, bei dem die Anführer stundenlang zusammensitzen und sich angucken ohne etwas zu sagen. Es ist ein sehr besonderes, intensives Erlebnis, sich anzugucken ohne zu sprechen. Diese Konversation zeigt uns und lässt uns erleben worauf menschlicher Kontakt beruht und bringt Gruppen sehr unmittelbar zusammen.

Conversation 2:

Parliament of Things

Dieses Treffen ist angelehnt an die Rituale der Aboriginals, welche Pflanzen, Wolken oder die Berge als ihre Vorfahren sehen. Im Rahmen des Parliament of Things erforschen wir, was es für uns, in der westlichen Kultur, bedeutet, wenn wir im Namen von Dingen, im Namen der Natur  sprechen. Wird diese Beziehung zwischen Menschen und Dingen dualistisch bleiben, oder ist es denkbar, dass eine andere Beziehung entsteht, dass wir uns im Universum anders einordnen?

 
   

IntegrART empfiehlt:

Milo Rau / Theater HORA / Schauspielhaus Zürich, Die 120 Tage von Sodom, 1. und 2. April am Programme Commun in Lausanne

 
Anmeldung

Das Symposium ist ausgebucht. Anmeldung für die Warteliste: saskia.keel@mgb.ch

 

 


 

IntegrART empfiehlt:

Milo Rau / Theater HORA / Schauspielhaus Zürich, Die 120 Tage von Sodom, 1. und 2. April am Programme Commun in Lausanne

Das Théâtre de Vidy und Arsenic haben in Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen (Théâtre Sévelin 36, Cinémathèque suisse, Manufacture, HES-SO, Ecal) das Festival Programme Commun, das vom 23. März bis 2. April in Lausanne stattfindet, ins Leben gerufen. Programme Commun ist eine Einladung sich frei zu bewegen, zwischen den Orten und den künstlerischen Disziplinen, um die Arbeiten von bekannten und aufstrebenden Künstler/-innen aus der französischen Schweiz, der Deutschschweiz, dem Tessin und verschiedenen europäischen Ländern zu entdecken.