Referent*innen

 

Michelle Akanji (*1989, Winterthur) ist Kulturpublizistin und Teil der Gesamtkoordination der Gessnerallee Zürich. Von 2015 bis 2020 war sie Kommunikationsleiterin an der Kunsthalle Zürich und Initiantin des Performance-Festivals «Löwenbräu Lebt!». Sie hat Journalismus an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Kulturpublizistik an der Zürcher Hochschule der Künste studiert. Sie publiziert als freie Autorin Texte und Podcasts zum Thema postmigrantische Gesellschaft und gewann unter anderem für ihr Feature «Vaterland» mehrere Radio- und Podcast-Preise.

 

Islam Alijaj ist leidenschaftlicher Inklusionspolitiker und Social Entrepreneur sowie Handicap-Lobbyist. Er schafft mit engagierten Kompliz*innen Innovationen für eine inklusive Gesellschaft, in der jede*r das eigene Potenzial entfalten kann. Zeit mit seiner Frau und den zwei Kindern zu verbringen, ist seine zweite grosse Leidenschaft. https://islamalijaj.ch; https://tatkraft.org

 

Diana Anselmo geboren 1997, ist Künstlerin und studiert derzeit Theater und Darstellende Kunst an der IUAV Universität in Venedig. Während des Bachelorstudiums der Soziologie arbeitet sie für Festivals und lernt eine Welt kennen, die sie nicht mehr verlassen will. Diana Anselmo ist Aktivistin und setzt sich gegen die Diskriminierung von Behinderten und für den intersektionalen Trans-Queer-Feminismus ein; sie ist Vizepräsidentin und Mitbegründerin von Al.Di.Qua.Artists (ALternative DIsability QUAlities Artists) und unter anderem das jüngste Mitglied des Cultural Advisory Board des British Council.

 

Saša Asentic ist Choreograf, Produzent und Kulturarbeiter. 1999 gründete er mit Per.Art in Novi Sad (Serbien) einen Verband für Künstler mit und ohne Beeinträchtigung. Der Künstler ist international in den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Performance und Kunst von Menschen mit Behinderung tätig. Seine künstlerische Praxis basiert auf dem Prinzip der Solidarität und dem Widerstand gegen kulturelle Unterdrückung und Indoktrination.

 

Die gebürtige Sizilianerin Marilu Cali absolvierte ihre Ausbildung in Italien und in Genf. Nach dem Bachelor in Kommunikation entschied sie sich für einen Master in Kognitionswissenschaften. Während ihres Studiums entwickelte sie ein Interesse für Sprach- und kognitive Störungen. Deshalb arbeitete sie danach zwei Jahre an der Universität Genf. Ihre Leidenschaft für Kunst führte sie schliesslich ans Kunsthaus Grütli, zunächst als Kommunikationsassistentin, dann als Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit beschäftigt sie sich mit dem Thema Inklusion im Theater.

 

Tanja Erhart, Österreicherin, in London lebend, definiert sich selbst als crip – behinderte und chronisch kranke – Tänzerin, Kulturanthropologin und Pleasure-Aktivistin. Sie performte weltweit in Stücken unter anderem von Claire Cunningham, Michael Turinsky und der Candoco Dance Company, engagiert sich für zugängliches Tanztraining, unterrichtet und präsentiert auf diversen Veranstaltungen. Zurzeit erforscht Tanja die Bewegungspraktiken ihrer 3 bodyminds – mit Rollstuhl, einbeinig oder dreibeinig mit ihren Krücken. Gemeinsam mit Katharina Senk arbeitet sie an dem interaktiven und intersektionalen Tanzstück «jenga», das in die Tiefen und die Lust des gemeinsamen Bauens und Zerfallens eintaucht. www.tanjaerh.art

 

Rebekka Fässler studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern und bildete sich im Kultur- und Kommunikationsbereich weiter. In ihrem beruflichen Werdegang bekleidete sie unterschiedliche Funktionen bei privaten und öffentlichen Institutionen der Kulturförderung, wie zum Beispiel beim Kanton Schwyz, in Gremien der Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten, beim nationalen Tanznetzwerk Reso, bei der Dachstiftung Corymbo sowie beim Forum Kultur und Ökonomie. Ab August 2021 führt sie in einer Co-Leitung die Kulturabteilung der Stadt Zürich.

 

Nicola Forster hat als zivilgesellschaftlicher Unternehmer den jungen Think-Tank foraus (Forum Aussenpolitik), das Staatslabor sowie die Operation Libero mitgegründet. Heute präsidiert er die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft SGG und die Stiftung Science et Cité, ist Co-Präsident der Grünliberalen im Kanton Zürich sowie Mitglied der UNESCO-Kommission. Der ausgebildete Jurist arbeitet als Experte für Bürger*innen-Partizipation und als Moderator. Der Kruselkopf mit Fliege ist ein leidenschaftlicher Vogelbeobachter sowie Konzert- und Theatergänger.

 

Isabel Garcia ist Politologin und PR-Beraterin. Seit Mai 2010 ist sie für die Grünliberale Partei Mitglied im Zürcher Gemeinderat, und seit Februar 2021 sitzt sie auch im Zürcher Kantonsrat. Ihre politische Arbeit fokussiert auf die Themen Bildung; Digitalisierung; Kinder-, Jugend- und Ausländer*innenpolitik; Integration und Partizipation. Isabel Garcia ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und wohnt im Kreis 3 – sie ist ein riesiger Fussballfan und liest gerne Bücher aller Art.

 

Die Künstlerin Alice Giuliani ist im Bereich Tanz und Performance tätig. In den vergangenen Jahren hat sie als Performerin mit verschiedenen Choreografen zusammengearbeitet, unter anderem mit Marco D’Agostin und Irene Russolillo. Sie verfügt über einen Bachelor in Kunst, Musik und Darstellende Künste der Universität Roma Tre und einen Bachelor in Tanz der Universität Paris VIII. 2019 nahm sie am Ausbildungsprogramm PACAP 3 für Darstellende Künste des Forum Dança in Lissabon teil. Seit 2020 absolviert sie den Masterstudiengang des ISAC an der Arba-Esa Académie in Brüssel.

 


Alexandrina Hemsleys 
kreative Praxis bewegt sich in den fliessenden Räumen von Tanz, Choreographie, Schreiben, Moderation und Interessenvertretung. Ihre Interessen sind beständig, gleichzeitig expandieren sie im Wandel der Zeit – oder eben in Verbindung/in Bezug zu den Prozessen des Lebens und Wohnens. Sie wenden sich dem Sinnlichen, dem Körperlichen, den vielfältigen subjektiven Positionen des Ichs zu - und dem Ich in intimer Beziehung zum eigenen Ich und dem Ich anderer - als Wege, um Atem und Stimme inmitten des Ungerechten und Unfairen zu finden. Alexandrina hat kürzlich ihre eigene Organisation Yewande 103 gegründet. Sie formalisiert darin ihre Arbeit der vergangenen zehn Jahre im Bereich des zeitgenössischen Tanzes als Choreografin, Performerin, Autorin, Mentorin und Pädagogin.

 

Lua Leirner (*1982) ist im Allgäu in Deutschland geboren und multikulturell in Frankreich, Brasilien und Deutschland aufgewachsen. Seit 2003 lebt und arbeitet sie als Grafikerin, Fotografin und Museumsführerin in Basel. Lua Leirner ist hochgradig schwerhörig, vielsprachig – spricht Brasilianisch, Deutsch, Englisch – und kommuniziert in Gebärdensprache auf Hochdeutsch und Schweizerdeutsch. Sie performt als Künstlerin für Tanz- und Theaterperformances in der Schweiz und in Deutschland.

 

Christoph Meneghetti ist Projektleiter Kultur bei der Christoph Merian Stiftung mit langjähriger Erfahrung im Fördermanagement und der Beratung von Kulturveranstaltungen. Nach dem Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften hat er sich am Center for Philanthropy Studies (CEPS) an der Universität Basel in NPO Management & Law sowie an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Migrationssensiblem Handeln weitergebildet. Er ist Ideengeber und mit dem Verein Wildwuchs Co-Initiant des Projekts «Zugang zu Kultur» und arbeitet in der Kulturförderung zu den Themen Zugang, Diversität und kulturelle Teilhabe.

  Die Schweizer Choreografin, Dozentin und Kulturmanagerin Lea Moro studierte an der Accademia Teatro Dimitri (BA in Physical Theatre), am LABAN Centre in London (Diploma in Dance Studies) und am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (BA Tanz, Kontext, Choreografie) und entwickelt seit 2019 das serielle Langzeitprojekt «Sketch of Togetherness». Ihre künstlerischen und choreografischen Arbeiten wurden unter anderem beim Festival Moving in November in Helsinki, Festival Uzès Danse in Frankreich, Sophiensaele Berlin, Dublin Dance Festival, Kaserne Basel, Tanzhaus Zürich, Dampfzentrale Bern, Arsenic Lausanne, ImPulsTanz Wien (FM4 Fan Award), Festival Tanz im August Berlin, Théâtre de Vanves gezeigt. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und unterstützt, unter anderem mit dem Werkstipendium Stadt Zürich Kultur (2017) sowie dem Förderpreis des Kantons Zürich (2018).

 

Sophia Neises ist freie Performerin, Theaterpädagogin (MA Universität der Künste) und Behindertenrechtsaktivistin aus Berlin. Ihre künstlerische Praxis erstreckt sich von der prozessorientierten Projektleitung in Tanz- und Theaterprojekten mit Menschen verschiedenster Lebensentwürfe und Diskriminierungserfahrungen bis hin zu Kollaborationen als Performerin in Tanzperformances. Seit 2018 untersucht sie in diversen Kontexten die Zugänglichkeit von Tanz für nicht-sehendes Publikum. U. a. hinterfragt sie dabei Audiodeskription als reines Barrierefreiheitsangebot und etabliert sie als Kunstform. Sie identifiziert sich als sehbehinderte Künstlerin und regt in ihrer Arbeit dazu an, die individuellen Wahrnehmungsstile von Menschen im höchsten Masse wertzuschätzen.

 

Alex Oberholzer studierte Mathematik, Literatur und Kunstgeschichte (MA). Er arbeitete als Filmredaktor bei Radio 24 in Zürich und in der Kommunikation des BSV in Bern. Er ist Präsident des Internationalen Festivals «Look & Roll – Behinderung im Kurzfilm» und in der Programm-Kommission der Allianz-Cinemas von Zürich und Basel, ausserdem im Vorstand des Theaters Hora sowie im Beirat des Cybathlons (ETHZ) und des Theater-Spektakels. Einmal monatlich ist er Gast in Moritz Leuenbergers Bernhard-Matinée.

 

Perel ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Behinderung und Queerness auseinandersetzt und dabei die Themen Fürsorge, Konsens, Sexualität sowie persönliche und historische Traumata behandelt. Ihre Arbeit umfasst Performances, Installationen, Kritiken und kuratorische Projekte. Perel fragt: «Welche Rolle spielt unsere individuelle Vergangenheit, wenn wir uns in Zeit und Raum bewegen?» Ihre Arbeiten werden seit über einem Jahrzehnt auf internationaler Ebene in Galerien, Theatern und Performanceräumen gezeigt.

 

Lulzim Plakolli (Luli) entdeckte 2016 die Leidenschaft für Theater und wirkte seitdem mit Mitbewohnern aus der Mathilde Escher Stiftung in drei Produktionen von Jörg Köppl – «Beat me Mich» (2017), «Mutter Motor» (2019) und «Der Pilz im Patent» (2020) – als Schauspieler mit und performte bei verschiedenen Ausgaben der «Future Clinic for Critical Care» von Jeremy Wade, Nina Mühlemann und Edwin Ramirez. Jüngst gründete Luli den Verein «Kein Rollenspiel», der Workshops anbieten wird, bei der in erster Linie Menschen mit Behinderung mitwirken können. Der Verein ist offen für weitere Mitglieder.

 


Edwin Ramirez
ist ein Performance-Künstler und Stand-Up-Comedian aus Zürich. Seit dem Beginn seiner Comedy-Karriere im Sommer 2015 ist er auf allen grossen Comedy-Bühnen der Deutschschweiz und im Schweizer Fernsehen aufgetreten. Vom Sommer 2018 bis Ende 2019 war er Teil der Future Clinic for Critical Care, ein soziokulturell animiertes Kunstprojekt mit Veranstaltungen in der Gessnerallee Zürich, in dem es um Fürsorge und Care-Arbeit ging. Im Oktober 2020 war er Teil des Stücks STAR MAGNOLIA im Theater Neumarkt. Seit Anfang 2020 leitet er zusammen mit Nina Mühlemann das Projekt CRIPTONITE, eine crip-queere Veranstaltungsreihe. CRIPTONITE ist Teil des FREISCHWIMMEN-Netzwerks 2020–2021.

 

Dalibor Šandor ist Performer und Mitglied von Per.Art, einem Verband von Künstlern mit und ohne Beeinträchtigung. Er interessiert sich für Videospiele, Fantasy und Horror als Genres, die Vertretung der Interessen von Menschen mit Behinderung und die Reflexion über ihre gesellschaftliche Realität in Serbien. 2021 kreierte er in Zusammenarbeit mit Saša Asenti?, Marcel Bugiel und Frosina Dimovska die Lecture Performance «Etwas sehr Besonderes». 2019 verwirklichte er seine Idee für das Stück «We are not monsters» in Zusammenarbeit mit Xavier Le Roy, Olivera Kova?evi? Crnjanski, Alexandre Achour, Scarlet Yu, Saša Asenti? und dem Verband Per.Art. Über seine künstlerische Arbeit und Per.Art spricht er gerne an öffentlichen Veranstaltungen, im Fernsehen, Radio und in den digitalen Medien. https://www.facebook.com/per.art.arts.inclusion/

 

Alessandro Schiattarella wurde in Neapel geboren. Als Performer arbeitete er mit Maurice Béjart, Marco Goecke und weiteren Choreografen zusammen. Im Jahr 2014 hat er sein erstes Solostück «Altrove»  kreiert, das dann für die renommierte
internationale Plattform Aerowaves Twenty17  ausgewählt wurde. Seit 2015 arbeitete er an Choreografieprojekten und Workshops im Bereich Menschen mit Behinderung. Im Jahr 2020 schloss er den Master in Fine Arts an der FHNW in Basel ab. Weitere Informationen unter www.schiattarella.info

 

Katharina Senk ist österreichische Tanzschaffende und lebt in Wien. Sie wird auch gerne Senki genannt. Senki performte unter anderem in den Arbeiten von Doris Uhlich, Florentina Holzinger und Georg Blaschke. In ihrem künstlerischen Schaffen arbeitet Katharina an der Verbindung ihres Interesses an Post-Humanismus, Feminismus und sozialer Gerechtigkeit mit ihrem Wissen aus den Bereichen Tanz, Bewegung und Kampfkunst. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Erhart widmet sie sich dem Erforschen von lustvollen und intersektionalen Praktiken des gemeinsamen Tanzschaffens. www.katharinasenk.com

 

Nach ihrem Studium an der Kunsthochschule in Genf, wo sie eine künstlerische Arbeit im Bereich Video und Videoinstallation entwickelte, arbeitete Nataly Sugnaux Hernandez als Lehrassistentin an der Hochschule für Kunst und Design HEAD im neuen Fachbereich Performance. Gleichzeitig arbeitete sie mit verschiedenen Bühnenkünstler:innen und-ensembles zusammen und gründete den Verband Morris Mendi, um Kunstschaffende bei der Verwirklichung ihrer Projekte zu begleiten und zu unterstützen. Seit 13 Jahren ist sie bei der Theatergruppe Cie Yan Duyvendak verantwortlich für Verwaltung, Produktion und Vertrieb. Seit 2018 ist sie Co-Leiterin des Grütli, dem Produktions- und Vertriebszentrum für Darstellende Künste in Genf.

 

Jo Verrent  glaubt, dass «anders» etwas Wunderbares ist und nicht einfach eine Abweichung von der Norm. Sie vertritt die Überzeugung, dass Vielfalt Struktur verleiht und Politik in die Tat umsetzt. ;Jo ist Senior Producer für Unlimited - und arbeitet daran, dass behinderte Künstler weltweit wahrgenommen werden, Teil der Debatte sind und in den Kultursektor eingebettet werden Seit 2013 hat Unlimited über 400 behinderte Künstlerinnen und Künstler durch Aufträge, Preise und Unterstützung mit £ 4,7 Mio. gefördert. Gemeinsam mit Sarah Pickthall leitet sie SYNC und untersucht das Zusammenspiel von Behinderung und Leadership. Jo ist Clore Fellow, Vorstandsmitglied des Global Disability Innovation Hub, The Space und des Arts Council England Northern Area Council und erhielt 2021 einen MBE.

 

Noa Winter ko-leitet das Projekt Making a Difference, das behinderte und taube Künstler*innen in der Berliner Tanzszene fördert. Als Kurator*in und Dramaturg*in zentriert sie die selbstbestimmten Arbeitsweisen behinderter, tauber und chronisch kranker Künstler*innen, die Aesthetics of Access sowie Fragen anti-ableistischen Kuratierens. Zuletzt ko-kuratierte sie die Symposien Explodierende Zeiten, ver_rückte Räume:  Disability Arts & Crip Spacetime und Owning Spaces – Cconversations and actions from bed.